Welches Teleskop eignet sich für den Einstieg

Die Frage nach dem besten Einsteigerteleskop bekommen wir oft gestellt. Es soll wenn möglich folgende Eigenschaften haben:

  1. Groß genug, damit man auch etwas erkennen kann
  2. Stabil genug, daß nicht bei jeder Berührung oder eim leisesten Lufthauch alles verzittert
  3. Einfach in der Handhabung, damit man auch als ungeübter schnell ein Erfolgserlebnis hat
  4. Kosten soll es möglichst nicht viel, damit man, sollte das Interesse doch nicht so groß sein, den Verlust in Grenzen hält.

Als Faustregel gilt: Das beste Teleskop - gerade für den Einsteiger - ist dasjenige, das am öftesten benutzt wird. Das kann ein Feldstecher sein - der notfalls auch am Tag nützlich ist oder ein kleines und handliches Spiegelteleskop, das man in 5 Minuten aus der Ecke in den Garten oder auf den Balkon gestellt hat.

Wenn es ein "richtiges" Teleskop sein soll, möchte ich persönlich hier eher zu einem kleinen Spiegelteleskop - etwa ein Newton-Spiegel mit 12-15cm Durchmesser und einer Brennweite von 500-800mm raten. Für den Anfang ist eine STABILE "Alt-Azimuth" Befestigung einer "Polaren" Aufstellung vorzuziehen. Die erste besteht normalerweise aus einer U-förmigen Manschette, bei der man das Fernrohr waagrecht und senkrecht verstellen kann. Das zweite besteht meist aus einem Achsenkreuz, wobei eine Achse genau auf den Himmelsnordpol ausgerichtet werden muß. Damit kann man zwar der schenbaren Bewegung der Sterne während der Beobachtung (Erddrehung) leichter folgen, die Aufstellung und Bedienung ist aber gerade am Anfang nicht leicht zu durchschauen und kostet auch mehr.

Eine sehr praktische und kostengünstige Befestigung für so ein Fernrohr ist die "Dobson" Montierung. Das ist grob gesagt ein drehbarer Holzkasten mit drei Seiten, der auf den Boden gestellt wird. In diesen Holzkasten wird das Fernrohr von oben schwenkbar eingehängt wird. Das ist sehr wackelfrei und leicht zu bedienen, sieht vielleicht am Anfang nicht so aus, wie man sich ein Teleskop vorstellt, macht aber beim Beobachten viel Freude und man bekommt ums gleiche Geld viel mehr "Fernrohr". Das kostet im 15-20 cm Durchmesser Bereich etwa das gleiche wie ein halb so großes Gerät auf einem Achsenkreuz.

Je größer das Gerät um so massiver muß die Aufstellung ausfallen. Darum wird man für eine vernünftige "Polare" Montierung mindestens so viel ausgeben müssen, wie für das "Rohr" mit der Optik.

Bisherige Erfahrungen mit "Einsteigerteleskopen" und "Kaufhausteleskopen" hat gezeigt, daß die optische Leistung meist recht gut ist, aber das Stativ und die filigrane "polare Montierung" bestenfalls dem Gerät ein professionelles Aussehn verleihen, für die Beobachtung aber fast unbrauchbar sind. Gleiches gilt für die "Sucherfernrohre", die praktisch immer völlig unbrauchbar sind.

Gut beraten wird man normalerweise auch im Fachhandel. Adressen dazu gibt's beispielsweise in unserem Link-Verzeichnis.

Wer möchte, kann aber auch gerne zu uns auf die Sternwarte Gahberg kommen und dort einmal die vorhandenen Geräte testen. Ev. gleich Versuchsaufnahmen machen. Wir haben verschiedenste Geräte in allen Preisklassen.


 

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