Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut

Sternwarte Gahberg

N 47°54'48" / O 13°36'33" / 860m

Digitalkamera Grundlagen

Digitalkamera Grundlagen Teil 2

"Digital" Zoom und die Folgen

So, die Kamera hat also "Digital Zoom". Das ist wohl in Ordnung, schließlich ist es ja eine "Digital" Kamera und "Digital" ist sowieso immer das Beste.

Dazu sollten wir uns zuerst einmal überlegen, was der "Zoom" eigentlich bewirken soll. Damit ist gemeint, daß bei unverändertem Abstand der Kamera zum Objekt dieses durch Änderung einer Einstellung an der Kamera größer oder kleiner abgebildet wird. Durch "Einzoomen" soll also das Objekt so abgebildet werden, als würde man näher stehen.

Bei der konventionellen Fotografie gibt es nur eine einzige Möglichkeit das zu erledigen - man muß die Brennweite der Linse verändern. Das ist die Aufgabe der Zoom-Objektive. Abhängig von der Einstellung werden die optischen Eigenschaften des Objektivs so geändert, daß auf die fixen Größe des Films, das Objekt unterschiedlich groß projiziert wird.

kurze und lange Brennweite

Das macht Sinn, denn dadurch können Details, die bei kleinerem Abbildungs Maßstab nicht erkennbar waren, sichtbar gemacht werden.

Die Digitalkamera hat ähnlich wie der konventionelle Film, eine lichtempfindliche Fläche von unveränderlicher Größe. Ist die Kamera Optik in der Lage durch Verschiebung der Linsen das Bild unterschiedlich groß auf diese Fläche zu projizieren, dann sprechen wir von einem "optischen Zoom", mit genau den gleichen Vorteilen wie bei der konventionellen Fotografie.

Solche Linsensysteme sind aber verhältnismäßig teuer in der Produktion, was sich natürlich auf den Preis des Endgerätes massiv auswirkt.

Bei der erwähnten Digital-Kamera haben wir aber eine fix montierte Linse mit festem Abbildungs Maßstab. Egal was wir auch einstellen, das Bild, das durch die Linse auf den Sensor projiziert wird verändert sich dabei nicht. Um nun eine "Vergrößerung" zu bekommen, wird einfach nur ein kleineres Stück in der Mitte des Sensors hergenommen und von diesem dann behauptet, es wäre das gesamte Bild. Allerdings enthält dieser Ausschnitt nun weniger Bildpunkte als das Original, bei einem 4-fach Zoom also nur noch 1/4 der vorhandenen Bildpunkte. Damit wieder ein "normales" Bild von scheinbar 3,2 Megapixel entsteht, muß dieses Viertel an Information also auf die vierfache Größe aufgeblasen werden - wobei natürlich der Informationsgehalt gleich bleibt. Anders als beim optischen Zoom werden also bei dieser Art der Vergrößerung nicht mehr Details sichtbar.

Optischer Zoom

Damit die Vergrößerung der Pixel nicht so auffällig ist, wird zusätzlich das Bild "weichgezeichnet".

digital Zoom

Im Extremfall - also bei 10 Megapixel an Bildgröße und 8x Digital-Zoom enthält das Bild in Wirklichkeit nur 400.000 individuelle, unterscheidbare Bildpunkte (1/8 der Sensorfläche), die durch einen geschickten Rechentrick dem Benutzer als 10.000.000 "Bildpunkte" verkauft werden. Mit einer 25-fachen Dateigröße als der original Bild Ausschnitt.

Das gleiche Ergebnis bekommt man übrigens, wenn man auf den Digital Zoom überhaupt verzichtet und später im Grafikprogramm nur einen Teil des Bildes ausschneidet. Dabei wird man aber intuitiv verstehen, daß bei dieser Prozedur Information bestenfalls verloren gehen, niemals jedoch vermehrt werden kann. Die Kamera macht essentiell das gleiche.

weiter zum Teil 3



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