Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut

Sternwarte Gahberg

N 47°54'48" / O 13°36'33" / 860m

Meteoritenortungskamera am Gahberg

Nahe der Sternwarte Gahberg befindet sich auf dem höchsten Punkt in der Umgebung die Meteoritenortungskamera. Sie wurde 1990 errichtet und seitdem werden regelmäßige nächtliche Aufnahmen zur Überwachung des Himmels (wie zum Beispiel helle Feuerkugeln) durchgeführt.

 
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#174 Die Meteoritenortungskamera am Gahberg

Die Meteoritenortungskamera ist der wissenschaftliche Beitrag der Sternwarte Gahberg  zur Erforschung der Meteorite. Hier arbeiten wir mit den „Profis“ zusammen. Die aufgenommenen Meteore waren schon mehrmals von großem Nutzen bei der Auswertung von besonderen Meteor- bzw. Meteoritenfällen. Die Meteoritenortungskamera wird von Erwin Filimon betreut.

Schon seit mehreren Jahrzehnten betreiben Wissenschaftler in Tschechien und in Deutschland so genannte "All-Sky-Cameras". Diese Spezialkameras fotografieren jede Nacht den gesamten Himmel, und auf diesen Aufnahmen sind dann  besonders helle Erscheinungen abgebildet. Bei hellen Meteor Erscheinungen kann auch Meteoritenmaterial zur Erde gelangen. Ein solcher Stein aus dem Weltraum ist für die Wissenschaft von großem Wert.

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#142 Meteoritenortungskamera Sternwarte Gahberg

Die Meteoritenortungskamera besteht aus einem Dreibein, das in einer Höhe von ca. 2,2 m eine Plattform mit dem konvexen Parabolspiegel mit einem Durchmesser von 36 cm und 7 cm Scheitelhöhe trägt. Unter dem Spiegel befindet sich eine Heizung, die dafür sorgt, dass der Spiegel während der Aufnahme trocken bleibt und nicht etwa Tau die Aufnahme unbrauchbar macht, bzw. dass vorhandener Schnee bzw. Eis abtaut. Ca. 1 Meter über diesem Spiegel befindet sich das eigentliche Kameragehäuse mit einer analogen Spiegelreflexkamera Canon EOS, gut gesichert in einem Panzergehäuse. Verwendet wird ein 50mm Normalobjektiv und wir belichten auf 100 ASA Diafilm. Die Kamera fotografiert senkrecht nach unten auf den mit Rhodium bedampften Spiegel und bei Verwendung von Blende 4 am Objektiv ergibt sich ein Öffnungsverhältnis von 1:8 und eine effektive Brennweite von 5,7 mm. Der gesamte Himmel und auch große Teile des Horizontes werden dadurch abgebildet.

Die Aufnahmen sind durch die drei Stützen des Kameragehäuses und durch den Kamerakasten, der das Zenit abdeckt leicht abgedeckt. Aber mehr als 90 % des sichtbaren Himmels sind abgebildet. Vor dem Objektiv der Kamera rotiert noch ein so genannter "Shutter" (rotierende Sektorblende), der 12,5mal in der Sekunde die Aufnahme unterbricht. Wenn helle Meteore abgebildet werden, so sind diese Spuren unterbrochen, woraus die Geschwindigkeit abgeleitet werden kann. Ohne diese Unterbrechungen wären auch die Berechnungen kaum sinnvoll. Über eine digitale Wochenschaltuhr wird der Anfang und das Ende der Aufnahmen festgelegt. Grundsätzlich machen wir 3 Aufnahmen in der Nacht. Eine Aufnahme in der Abenddämmerung (von Beginn der Nautischen Dämmerung bis zum Ende der Astronomischen Dämmerung, vom Ender der Astronomischen Dämmerung bis zum Beginn der Astronomischen Dämmerung, und in der Morgendämmerung.

Nach dem Abbau der beiden Meteoritenortungskameras in Niederösterreich (Ende der 90er Jahre) war die Kamera am Gahberg über viele Jahre die einzige österreichische Überwachungskameras für Meteorite. 2009 wurde auf Initiative des österr. Astronomischen Vereines eine vollautomatische Meteoritenortungskamera in Martinsberg in Niederösterreich in Betrieb genommen.

Wenn eine Feuerkugel von mehreren Stationen fotografiert wird, ist es möglich den Aufschlagsort des "Weltraumgesteines" zu berechnen und man kann eine Suchmannschaft ins betreffende Gebiet entsenden. Obwohl das Fallgebiet auf einige Quadratkilometer begrenzt werden kann, ist es trotzdem noch sehr schwierig den Stein dann auch wirklich zu finden, aber man war bisher in Tschechien und besonders in den USA, und zuletzt auch im österreich-deutschen Grenzgebiet erfolgreich. Aufgrund der Berechnungen kann auch die Bahn des Meteors vor seinem Zusammenstoß mit der Erde im Weltraum berechnet werden. Auch die Anfangsmasse sowie die Restmasse die als Meteorit zu finden sein müsste kann aus den Aufnahmen berechnet werden.

Einige besonders erfolgreiche Ergebnisse
der Meteoritenortungskamera Gahberg:

Feuerkugel vom 17. Jänner 1992
Die Feuerkugel ist so hell, dass sie durch die Hochnebeldecke hindurch abgebildet wird. Die dünne Spur der Feuerkugel kreuzt die unterbrochene Spur des Mondes

 
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#4612 Feuerkugel vom 17.1.1992

Feuerkugel vom 27. Juli 1992
 
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#3959 Feuerkugel

 

Feuerkugel vom 6. April 2002 - der "Neuschwanstein-Meteorit"
 
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#3463 Feuerkugel vom 6. April 2002 - Sternwarte Gahberg

http://www.astronomie.at/Scripts/artikel.asp?NewsId=40
Augenzeugenberichte: http://www.astronomie.at/Scripts/artikel.asp?NewsId=41
Ergebnisse: http://www.astronomie.at/Scripts/artikel.asp?NewsId=55

 

Feuerkugel in der Nacht von 2./3. Juni 2002
 
http://www.astronomie.at/Scripts/artikel.asp?NewsId=59
 
Feuerkugel vom 25. November 2002
 
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#3503 Fireball

Feuerkugel vom 25. Oktober 2005
 
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#3957 Feuerkugel vom 25.10.2005 um 1.41 MESZ

Feuerkugel vom 27. November 2006
Auswertung zur Feuerkugel: http://www.astronomie.at/Aktuell/EN271106.pdf 
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#4611 Feuerkugel vom 27. November 2006

Neben der Verwendung für die Aufnahme von Feuerkugeln gibt es noch andere Einsatzbereiche:

  • Blitze bei Gewittern
  • Polarlichter
  • bei der totalen Sonnenfinsternis am 11. August 1999
  •  
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    #3810 Blitze mit der Meteoritenortungskamera Gahberg


     
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    #4613 Blitze aufgenommen mit der Meteoritenortungskamera


     
     
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    #51 Totale Sonnenfinsternis 11. Aug. 1999 mit der Meteoritenortungskamera Gahberg aufgenommen



     


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